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Demut

Veröffentlicht am1. Juli 2021 Geschrieben von:EliasKategorien:Pastors Blog

Einem eifrigen jungen Mönch wurde einmal folgende Frage gestellt: “Ist Ihr Mönchsorden einer, von dem man schon viel gehört hat?” “Nun,” antwortete der Ordensbruder, “wir sind nicht so berühmt wie die Jesuiten für ihre Gelehrsamkeit oder die Zisterzienser für ihr Schweigen und Gebet. Aber wenn es um Demut geht, sind wir die Besten!” J

Im vergangenen Monat las ich in einem Buch über das Thema Demut. Darin heißt es, dass Demut eines der am meisten genannten Themen in der Bibel ist. (1) Das fand ich sehr interessant. Der Autor schrieb, dass wir unser Leben nicht aus eigener Kraft leben können. Wir finden die Lebensquelle nicht in uns, wir finden sie in Gott. Je mehr wir das entdecken, desto mehr sind wir in der Lage, das zu tun, was Gott gefällt. Es erfordert Demut, zu erkennen, dass wir das Leben nicht selbst in der Hand haben, sondern unser Leben in Gottes Händen liegt. Ein bekannter christlicher Leiter sagte vergangenes Jahr auf einem christlichen Führungskongress, dass Demut einer der stärksten Werte eines Leiters sein muss. Er sagte, dass unsere Welt demütige und integre Leiter braucht. Wenn ich das ergänzen darf, dann würde ich sagen, unsere Welt braucht nicht nur demütige Führungskräfte, unsere Welt braucht demütige Christen. John Dowsan, Gründungsmitglied von Jugend mit einer Mission, sagte einmal in einem Vortrag zu seinem Publikum: “Bei drei möchte ich, dass wir alle demütig sind: “Eins, zwei, drei – seid demütig!” Die Menge lachte…

Das wäre doch mal was – Demut auf Knopfdruck. Aber so funktioniert das nicht. Demut wird aus einem Verständnis aus Gottes Willen für unser Leben geboren. Demut ist die Frucht eines Lebens, das Gott und seinen Absichten unterworfen ist. Jesus hat einmal folgendes gesagt: “Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und »ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen«; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht” (Matthäus 11,29-30).

Als Joch wird der Holzbalken oder -rahmen bezeichnet, mit dem zwei Tiere vor den Pflug oder Wagen zusammengespannt werden. In Apostelgeschichte 15,10 bringt Petrus das Joch mit dem Gesetz in Verbindung. Die Pharisäer versuchten mit eigener Anstrengung das Gesetz zu erfüllen. Dabei legten sie sich und allen anderen viele zusätzliche Vorschriften auf, die niemand erfüllen und tragen konnte. Die Menschen lebten mit einem Joch, das unmöglich zu schultern war. Es war zu schwer. Jesus hingegen sagte, dass er ein Joch hat, das leicht ist. Weil Jesus das Gesetz erfüllte, bietet er ein Joch an, was nun für seine Nachfolger leicht ist. Allerdings nimmt er sie nicht aus der Verantwortung. Es ist und bleibt ein Joch. Aber von einer anderer Art. Wir müssen das Gesetzt zwar nicht mehr erfüllen ­– das hat Jesus schon getan; aber Jesus nachzufolgen bedeutet einen komplett neuen Lebensstil zu wählen. Interessant ist, dass Jesus sein Joch mit Lernen in Verbindung bringt. Worauf bezieht sich dieses Lernen? Das wichtigste Wort in diesem Zusammenhang ist “Denn”. Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig… Er bezieht es auf seine Sanftmut und seine Demut. Wenn wir von Jesus Sanftmut und Demut lernen, dann ist das Joch leicht, das er uns anzubieten hat. Was genau bedeutet das? Es bedeutet nicht aus der eigenen Kraft zu leben, sondern sich für einen Lebensstil zu entscheiden, der sich unter den Willen und die Absichten Jesu stellt. So wie Jesus den Willen des Vaters tat, so sind auch wir nun als seine Nachfolger aufgefordert, den Willen Jesu zu leben. Jesus ist darin unser Vorbild.

Jesus ist das perfekte Beispiel für Demut. Ist das nicht schön? Je mehr wir mit Jesus Zeit verbringen und ihn kennenlernen, desto mehr wird auch von seiner Demut, seiner Sanftmütigkeit und seinem Charakter auf uns abfärben. Ich möchte dir eine Frage stellen. Wie viel Jesusfarbe erkennst du in dir? Und dann möchte ich dir noch eine weitere Frage stellen. Wie viel Jesusfarbe erkennen andere in dir? Würden Menschen über dich sagen, dass du demütig und sanftmütig bist? Jesus sagte ja, dass wir von ihm lernen sollen. Das meint es übrigens, ein Jünger Jesu zu sein. Wir lernen von ihm, so zu werden wie er war. Und je mehr wir werden wie er, desto mehr sehen andere die Farben Sanftmut und Demut in unserem Leben.

Bei drei möchte ich, dass wir alle demütig sind: “Eins, zwei, drei – seid demütig! 😁

Herzliche Segensgrüße

Jürgen Justus

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