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Mit Jesus unterwegs sein

Veröffentlicht am1. Juni 2021 Geschrieben von:EliasKategorien:Pastors Blog

Liebe Gemeinde, liebe Freunde,

Nach Jesu Auferstehung und Kreuzigung gingen zwei seiner Jünger völlig desillusioniert und enttäuscht in Richtung Emmaus. Auf diesem Weg begegnete ihnen Jesus. Die beiden Jünger erkannten nicht, dass es Jesus war, der mit ihnen auf dem Weg ging. Geht es uns nicht auch manchmal so? Wir sind auf “unserem” Weg und erkennen nicht, dass Jesus uns begleitet.

Ich denke, dieser Moment beschreibt sehr gut Zeiten oder Momente, in denen wir uns häufig wiederfinden. Wir gehen “unseren” Weg, wir leben “unser” Leben und eigentlich müssten wir es wissen, dass Jesus an unserer Seite ist. Wir müssten eigentlich wissen, dass man sich auf die Dinge, die Jesus sagt, verlassen kann. Ich meine, Jesus hat immer wieder erklärt, dass er sterben wird. Er hat immer wieder erzählt, dass er auferstehen wird. Und trotzdem hat ihm niemand geglaubt. Niemand hat damit gerechnet. Niemand hat wirklich verstanden, was Jesus tat. Die Jünger hätten es eigentlich wissen müssen und dennoch war zum Schluss ein ganz großes Fragezeichen da. Das große Fragezeichen hatten übrigens alle! Es gab keinen “Superjünger”, der alles verstanden hat. Niemand verstand was vor sich ging. Finden wir uns nicht auch manchmal wieder genau an diesem Punkt? Wir lesen die Bibel. Wir gehen in den Gottesdienst. Wir sind engagiert und lieben den Herrn. Wir investieren uns im Reich Gottes und erzählen sogar Menschen regelmäßig, dass Gott gut ist. Wir wissen eigentlich so viel, aber dennoch kommen wir auf “unserem” Weg in Situationen, in denen wir nicht erkennen, dass Jesus neben uns läuft. Wir erkennen ihn einfach nicht. Wir schleppen so viele Fragen mit uns herum, dass wir einfach nicht wissen, an wen wir uns damit wenden können.

Die Geschichte von den Emmaus Jüngern zeigt wieder einmal, dass Jesus uns immer da abholt, wo wir uns gerade auf unserem Weg befinden. Während sich die Jünger über die ganzen Ereignisse unterhielten, war Jesus die ganze Zeit bei ihnen. Es heißt in der Geschichte, dass Jesus “mit ihnen ging”. Wie lange er mit ihnen ging, wissen wir nicht. Aus den Evangelien wissen wir, dass Jesus nie panisch reagierte. Er reagierte immer bedacht. Er hatte viel Geduld. Hier, bei den beiden Jüngern, hörte er erst einmal zu. Die Frage: “Was sind das für Worte, die ihr miteinander überlegt?” impliziert für mich, dass er erst einmal zuhörte, was die beiden Jünger bewegte. Er fiel ihnen nicht ins Wort.

Jesus hört zu, er geht mit uns mit, gerade dann, wenn wir die Welt nicht mehr verstehen. Er hört uns zu. Wir sind nicht alleine. Und dann kommen wir zu dem Schlüsselmoment in dieser Szene: “Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf” (Lukas 24,27).

Hier sehen wir den Grund, warum die Jünger bisher noch nicht verstanden, was eigentlich vor sich geht. Niemand hatte ihnen erklärt, WER dieser Jesus eigentlich ist. Mit anderen Worten, sie hatten noch keine Erkenntnis darüber, dass das ganze Alte Testament davon spricht, dass der Messias, auf den sie so lange warteten, sterben wird und mit seinem Blut für die Sünden der Welt bezahlen wird. Vielleicht erzählte Jesus ihnen, wie Abraham seinen Sohn opfern sollte. Vielleicht erzählte er ihnen den Auszug des Volkes Israel aus der Sklaverei der Ägypter und brachte es mit ihrem Auszug aus der Sklaverei der Sünde in Verbindung. In 1 Mose 3,15 sagt Gott zu der Schlange, dass der Nachwuchs der Frau ihr den Kopf zermalmen wird. Theologen nennen diese Stelle auch protoevangelium, oder “Erstes Evangelium”, weil Gott hier das erste Mal ein Versprechen gibt, die Menschen zu erlösen. In 1 Mose 50,20-21 lesen wir: “Ihr zwar, ihr hattet Böses gegen mich beabsichtigt; Gott aber hatte beabsichtigt, es zum Guten zu wenden, um zu tun, wie es an diesem Tag ist, ein großes Volk am Leben zu erhalten. Und nun, fürchtet euch nicht! Ich werde euch und eure Kinder versorgen.“ So tröstete er sie und redete zu ihrem Herzen. Wenn man die Geschichte von Joseph liest, dann erkennt man viele Parallelen zu Jesus. So wie Joseph von seinen Brüdern an Sklavenhändler verkauft wurde, so wurde auch Jesus für ein paar Silberstücke verkauft. So wie Joseph unschuldig ins Gefängnis musste, so hat man auch Jesus unschuldig gefangen genommen. So wie Joseph durch seine Traumdeutungen aus dem Gefängnis kam und das ganze Land vor einer Hungerkatastrophe bewahrte und viele Menschen gerettet wurden, so gibt Jesus durch seine Auferstehung von den Toten vielen Menschen ewiges Leben. So wie Joseph seinen Brüdern vergeben hat, die ihn so unmenschlich behandelt hatten, so vergibt Jesus jedem, der zu ihm kommt und um Vergebung bittet. Joseph war ein Typus für Christus, der Barmherzigkeit, Befreiung und Versöhnung zu denen brachte, die es am wenigsten verdienten.[1] Das ganze Alte Testament spricht davon, dass eines Tages jemand kommen wird, der die Sünden der Welt auf sich nehmen wird: “Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel nennen” (Jesaja 7,14), “Jedoch unsere Leiden – er hat sie getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden” (Jesaja 54,4-5).

Als Jesus mit den beiden Jüngern unterwegs war erklärte er ihnen, dass sich ihre Hoffnung nicht zerschlagen hat. Sie wurde erfüllt. Der versprochene Messias ist auf die Erde gekommen, er hat alle Sünden auf sich genommen, ist ans Kreuz gegangen und ist am dritten Tag von den Toten auferstanden. Jesus lebt und er möchte jedem ewiges Leben schenken, der an ihn glaubt (Johannes 11,25). Auf welchem Weg du dich aktuell auch befindest, lade Jesus in dein Leben ein. Bitte ihn um Vergebung für deine Sünden. Bitte ihn, dir mehr von ihm zu erzählen. Bitte ihn, dir zu zeigen, wer er ist und wo er gerade in deinem Leben am Wirken ist. Bitte ihn, dich zu begleiten. Du darfst dich darauf verlassen, er wird dich nie verlassen. Er wird dich immer begleiten. Und er wird dir immer noch mehr von sich erzählen wollen.

Herzliche Segensgrüße

Jürgen Justus

[1] Heitzig, Skip. (2019). Bloodline: tracing god’s rescue plan from eden to eternity.

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