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Die Gabe der Geisterunterscheidung

Veröffentlicht am28. Mai 2017 Geschrieben von:EliasKategorien:Pastors Blog

Wie alle anderen Gaben, so ist auch diese Gabe im Leib Jesu unverzichtbar. Es ist die Gabe der Geisterunterscheidung. Ich verwende für diese Gabe folgende Definition:

Diese Gabe offenbart, ob göttliche, menschliche oder dämonische Mächte am Wirken sind. Der Heilige Geist schenkt ein Gespür dafür, ob die Werke Gott verehrt oder ob ihm die Ehre geraubt wird und die Menschen verwirrt werden.

Im 16. Kapitel der Apostelgeschichte wurden Paulus und Silas mit einem Wahrsagegeist konfrontiert. Eine Frau folgte ihnen beiden auf Schritt und Tritt und schrie laut, dass sie Knechte Gottes seien. Paulus erkannte durch die Gabe der Geisterunterscheidung den falschen Wahrsagegeist hinter diesen Worten und befahl ihm schließlich, aus dem Mädchen auszufahren. Noch in derselben Stunde fuhr er aus ihr heraus. Die Gabe der Geisterunterscheidung entlarvt u. a. unreine und dämonische Geister und konfrontiert die Lüge mit der Wahrheit.

Vor langer Zeit tauchte einmal in meiner alten Gemeinde ein Mann auf, der eine besondere Ausstrahlungskraft auf sein Umfeld ausübte. Viele mochten ihn und waren gerne in seiner Nähe. Als er eines Tages bei meinem damaligen Pastor zu Hause anrief und auf den Anrufbeantworter sprach, hörte die Frau des Pastors die Stimme und hatte sofort ein ungutes Gefühl. Sie warnte ihren Mann vor diesem neuen Besucher. Ihre Empfehlung war es, sich von ihm fernzuhalten. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Fremde ein Wolf im Schafspelz war. Seine Motivation war es, möglichst viele der Gemeindeglieder auf seine Seite zu ziehen, um mit ihnen eine eigene Gemeinde zu gründen. Einige Menschen wurden ihm hörig und zahlten an ihn sogar ihren Zehnten. Die Gabe der Geisterunterscheidung hatte die Gemeinde vor Schlimmerem bewahrt. Gott sei Dank dafür.

„Diakrisis“ kann mit „urteilen, richten“ oder „deuten“ übersetzt werden. Eine solche Beurteilung erfolgt durch die Offenbarung des Heiligen Geistes. Das Urteilsvermögen des natürlichen, unerlösten Menschen ist in Bezug auf geistliche Dinge völlig unbrauchbar (1. Kor 2,14). „Diakrisis“ wird jedoch nicht nur in Bezug auf Geistesgaben verwandt, sondern auch in allgemeiner Weise. „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind“ (1. Joh. 4,1). Die geistliche Prüfung ist demnach eine Gabe und Aufgabe, die jedem Christen angetragen ist.[1]

Wir werden täglich mit den unterschiedlichsten Dingen konfrontiert und müssen auch täglich Entscheidungen treffen. Die Gabe der Geisterunterscheidung will uns helfen, vom Heiligen Geist geleitete Entscheidungen und Beurteilungen zu treffen. Gott ist in der Lage, junge und alte Menschen mit dieser Gabe zu beschenken. Vielleicht hat man es schon mal erlebt, dass man in gewissen Situationen eine innere Unruhe oder Unwohlsein wahrgenommen hat. Solche Empfindungen können erste Warnsignale einer solchen Gabe sein.

In jedem Fall ist eine Phase des Prüfens und Abwägens unverzichtbar. In manchen Fällen hilft es, wenn man erfahrene Christen zu Rate zieht und sich eine weitere Meinung einholt. In allen Fällen ist aber einer der beste Ratgeber, Gott selbst! Hier ermutige ich jeden, Gott direkt zu fragen. Auch dürfen wir Gott um diese Gabe bitten. Er möchte uns leiten. Vom Heiligen Geist sagt Jesus, dass er uns in alle Wahrheit leiten wird. Dies schließt auch alle Lebensumstände mit ein. Auf meiner Afrikareise hieß es immer wieder: „Gott ist gut, allezeit! Allezeit, ist Gott gut!“ J

Herzliche Segensgrüße

Jürgen Justus

[1] Heinrich Christian Rust, Charismatisch dienen: gabenorientiert leben (Kassel: Oncken, 2006), 282.

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